headline reisberichte
Nxai Pan und Kubu Island (März 2003)

Schon zweimal wollte ich eine Selbstfahrertour in die Central Kalahari und in den Nxai Pan Nationalpark unternehmen. Doch jedes Mal machte mir das Reservationsbüro der „National Parks of Botswana" einen Strich durch die Rechnung.... (angeblich waren die Park ausgebucht.... oder überschwemmt oder was auch immer). Doch diesmal sollte es endlich klappen!

Mit einem sehr gut ausgerüsteten und vollbepackten Geländefahrzeug von Britz machten wir uns von Johannesburg auf in Richtung Botswana. Unsere imposanten Vorräte an Nahrungsmitteln, Getränken und Diesel interessierten die Grenzwächter nicht im Geringsten. Vielleicht weil sie wussten, dass ein solcher Einkauf in Ghanzi oder Maun unmöglich wäre? Die kürzlichen Regenfälle im Süden Botswanas verwandelten die Strassenränder in ein gelbes Blumenmeer und abertausende von Schmetterlingen suchten sich ihren Weg durch das Nektarparadies.

Die sehr, sehr schlechte Strasse von Ghanzi nach Xade, dem mittleren Parkeingang des Central Kalahari National Park gibt uns einen Vorgeschmack auf das, was noch kommen sollte. Wäre es ratsam, schon jetzt Luft aus den Reifen lassen? Würde es so sandig bleiben oder würden wir plötzlich durch eine Piste mit spitzen Steinen überrascht? Der Parkwächter bei Xade bestätigt unsere Vermutung, dass diese Zufahrt - der schlechten Strasse wegen - nicht von allzuvielen Touristen benutzt wird. Nach einer kurzen Erfrischung fahren wir noch ein Stück weiter in den Park hinein. Das Ziel Xaxa erreichen wir gut 3 Stunden später nach 78 km tiefer Sandpiste. Nur mit viel Glück können wir ein erstes Steckenbleiben vermeiden! Unsere mitgeführte Mango und die frischen Tomaten hatten allerdings weniger Freude an dieser Fahrt; nicht mal ein Mixer könnte so fein pürieren! Der Vollmond lässt uns aber das Malheur schnell vergessen und wir runden den geruhsamen Abend mit einer guten Flasche Wein ab.

Für den nachfolgenden Teil des Central Kalahari National Park möchte ich auf den Bericht von Herrn Zeier (Central Kalahari) aufmerksam machen. Der einzige wirklich erwähnenswerte Unterschied war dass wir - aufgrund der guten Regenfälle im Februar - tolle Tierbeobachtungen machten und grosse Spring- und Oryxantilopenherden vorfanden. Die Vegetation war viel grüner und das Gras streckenweise bis zu einem Meter hoch.

Nach 8 herrlichen und ruhigen Tagen im Central Kalahari National Park machen wir uns auf den Weg nach Maun, um unsere Lebensmittel aufzustocken und uns mit einem guten Nachtessen im Crocodile Camp zu verwöhnen. Doch bereits am nächsten Tag haben wir genug von der Hektik und den vielen Menschen und wir beschliessen kurz vor dem Nxai National Park in freier Wildnis zu übernachten. Die alte, schon fast überwachsene Strasse Maun – Nata eignet sich hervorragend für dieses Vorhaben. Autospuren können wir jedenfalls keine ausfindig machen. Wo kann man sonst noch mitten auf der Strasse campieren, wenn nicht hier? Dass die Elefanten - auf Ihrem Weg in den Nxai National Park - nicht sehr erfreut sind über dieses Hindernis ist verständlich. Bis auf 5 Meter nähern sich die Kolosse (so grosse Elefanten habe ich bestimmt noch nie gesehen) und versuchen, uns durch ein beeindruckendes Ohrenflattern zum Verschwinden zu bewegen. Glücklicherweise haben die Elefanten aber ebensoviel Respekt vor unserem Fahrzeug, wie ich vor ihnen und sie verschwinden lautlos im dichten Busch.

Den Nxai Pan National Park finden wir sehr, sehr trocken vor. So trocken, dass wir von Bienen auf Wassersuche attackiert werden. Beim Planen einer solchen Reise denkt man wirklich an alles; Schlangen, Skorpione, Wasser- und Dieselvorräte usw... aber bestimmt nicht an Bienen... Doch wir haben Glück und kommen mit nur je einem Stich davon. Durch die anhaltende Trockenheit halten sich die Tierbeobachtungen in Grenzen, aber einmal mehr entschädigt die Landschaft diesen Mangel. Immerhin können wir 2 Löwinnen mit ihren 3 Jungen beim Wassertrinken und Spielen beobachten. Die beiden Männchen, die etwas später auftauchen, scheinen sich allerdings nicht dafür zu interessieren und suchen sich einen schattenspendenden Busch, um den Tag zu verbringen. Zum Park gehören auch die sehenswerten „Baines Baobab’s". Die sieben knorrigen, alten Affenbrotbäume, am Rande einer weissen Salzpfanne, wurden bekannt durch John Thomas Baines, der diese vor über 150 Jahren auf einem Ölgemälde festhielt. Ein toller Anblick und ein idealer Ort zum Campieren.

Vorallem während der Regenzeit sollte man einen Besuch im Nata Bird Sancturary einplanen. Viele Vögel wie Flamingos kann man beim Brutplatz beobachten. Dieses Jahr allerdings ist der Regen in dieser Region so spärlich ausgefallen, dass wir nicht allzu viele Vögel vor den Feldstecher bekommen. Dafür können wir in der Nata Lodge den flinken Buschbabys beim Fangen von Insekten zuschauen. Nun weiss ich, dass den grossen Augen auch noch ein wendiger Körper und eine blitzschnelle Reaktionsfähigkeit zuzuordnen sind!

Verschiedene Abklärungen in Maun haben uns ermuntert, die Fahrt über die gefährlichen Salzpfannen auf uns zu nehmen und Kubu Island zu unserem nächsten Ziel zu erklären. Dank des ausgetrockneten Bodens ist dies möglich. Zum ersten Mal sind wir richtig froh um das mitgebrachte „GPS" (Globale Position System). Verwirrend viele kleine Fahrwege und Viehpfade bringen schnell vom richtigen Weg ab und wir verbringen Stunden damit, wieder auf den richtigen Pfad zurück zu finden. Die Strecke ist sehr staubig und der feine Sand dringt durch jede Ritze des Fahrzeuges. Verlangsamen wir aber das Fahrtempo, so wird die Sicht sofort von einer Staubwolke verdeckt. Kubu Island - eine ca. 1 Kilometer lange Halbinsel aus Granitgestein - erhebt sich ca. 20 m über die umgebende Salzpfanne und ist mit vielen Baobab Bäumen bewachsen. Für die San gilt die Insel als heiliger Ort. Sie glauben, dass Gott einst unter den Felsen gelebt hat. Der Glaube der San verbietet es ihnen, Steine, Früchte oder archäologische Funde von der Insel zu entfernen. Heute wird die Insel vom National Museum zusammen mit einem nahegelegenen Dörfchen verwaltet. Kurz nach unserer Ankunft kommt ein freundlicher Parkwächter auf dem Fahrrad daher, um uns einzuweisen (durch den enormen Zuwachs von Touristen ist freies Campieren nicht mehr erlaubt). Die Insel lässt sich gut zu Fuss erkunden und kann gar nicht anders wie begeistern. Die Nacht wird durch einen schönen Sonnenuntergang eingeleitet....und eigentlich fehlt zur Vollkommenheit nur noch der Vollmond! Am nächsten Morgen nach einem letzten Rundgang verlassen wir diese traumhafte Gegend und fahren weiter durch die Salzpfannen nach Süden. Am späteren Nachmittag erreichen wir wieder die Grenze zu Südafrika. Die Zivilisation hat uns wieder! Wir campieren noch ein letztes Mal und verbringen die letzte Nacht in der Nähe von Johannesburg in einem guten Hotel. Nach 2 ½ Wochen staubiger Pfade erscheint uns das Mount Grace in Magaliesburg wie ein Paradies. Neben der wunderschönen gepflegten Gartenanlage mit altem Baumbestand stehen (u.a.) 2 Schwimmbäder und ein Wellness Center zu unserer Verfügung. Doch am meisten freue ich mich auf ein richtiges Bett... der Stadtmensch in mir meldet sich zurück!

(Nicole Wilhelm)

  Strasse Gabarone - Ghanzi

Xaxa Campingplatz

Piper Pan

Passarge Valley

Hohes Gras

Nxai Pan

Elefanten beim Wasserloch

Baines Baobabs

Sonnenuntergang Sowa Pan