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Zambia und Mozambique (Juni 2004)

Ein längerer Urlaub führte mich - einmal mehr - ins Südliche Afrika, diesmal nach Zambia und in den nördlichen Teil von Mozambique. Eine einmalige Reise, wenn auch oftmals - mangels Unterkünften und Campingplätzen - sehr anstrengend. Zeitraubend und anstrengend aber auch wegen der teilweise sehr schlechten Strassen, die ein schnelles Vorwärtskommen verunmöglichten. Einmalig, weil ich so viele tolle, freundliche und beeindruckende Menschen kennen gelernt habe und auch einmalig wegen der abwechslungsreichen Landschaften. Einige Höhepunkte gilt es hervorzuheben:

Lochinvar National Park (Zambia): Ein wirklich schöner Park, der im Flutungsgebiet des Kafue Flusses liegt. Der Park begeistert durch eine faszinierende Landschaft, welche vom Chunga See und den Schwemmebenen beherrscht wird. Obwohl man bei einem Besuch unzählige Kafue Lechwe sichten wird, stehen hauptsächlich Vogelbeobachtungen im Vordergrund. Ein Genuss ist auch der Aufenthalt im Lechwe Plains Camp, einer komfortablen, hohen Ansprüchen genügenden Unterkunft.

Lower Zambezi National Park (Zambia): Hier trifft man mit Glück auf riesige Büffelherden - wir haben gut und gerne deren 400 gesehen - welche friedlich weiden. Der Park beeindruckt durch eine vielfältige Landschaft und kann als Gegenstück zum berühmten Mana Pools National Park in Zimbabwe bezeichnet werden. Die Safaris - ohne ortskundigen Ranger wäre man schnell verloren - werden im Geländewagen, im Motorboot, im Kanu oder zu Fuss unternommen. Da die Strassen ab Ende November unpassierbar werden, bleibt der Park in der Regenzeit geschlossen. Mittlerweile gibt es bereits einige gute Camps und Lodges im Lower Zambezi, welche meist in unmittelbarer Nähe zum Zambezi River liegen. Wer hier aber Klimaanlage und Fernseher erwartet, wird (richtigerweise) enttäuscht. 

South Luangwa (Zambia): Die Konzentration von Wildtieren an den Ufern des Luangwa gehört bestimmt zur höchsten im Südlichen Afrika. Aber nicht nur der Tierreichtum, auch die Vegetationsvielfalt fesselt den Besucher. Generell kann festgehalten werden, dass Botswana über die luxuriöseren Lodges verfügt, doch Zambia bietet - obwohl die Lodges wirklich als komfortabel oder gar luxuriös bezeichnet werden dürfen - ein rustikaleres Buscherlebnis!  Dieser Park sollte in keiner Zambia Reise fehlen.  Die meisten Unterkünfte befinden sich ausserhalb des Parks am Luangwa Fluss, doch hat es auch einige sehr empfehlenswerte Lodges innerhalb des Parks.

Malawi: Obwohl ich Malawi diesmal nur kurz gestreift bzw. von West nach Ost auf dem Weg nach Mozambique durchquert habe, bleibt einmal mehr die Fröhlichkeit und Freundlichkeit der Menschen in Erinnerung.

Mozambique; Cuamba nach Nampula: Den Strassenzustand ausser acht lassend, ist dies bestimmt die schönste Panoramafahrt im Südlichen Afrika! Riesige Granitberge, mal rund, mal spitzig, lassen mich unzählige Male anhalten, um mit meiner Kamera ein noch besseres Bild schiessen zu können.

Ilha Mozambique: Hier ist die Zeit definitiv stehen geblieben; eine alterschwache 3,5 km lange Brücke führt vom Festland zur Insel. Von den ehemals geteerten Strassen ist nicht mehr viel übrig geblieben, aber es verkehren hier auch so gut wie keine Autos mehr. Einige prächtig renovierte Häuser, die zwischen Ruinen stehen, lassen den früheren Reichtum erahnen. Eine Insel, die mich faszinierte und gleichzeitig mit ihrem Schmutz und den fehlenden Latrinen abstiess. Trotzdem war der Besuch dieser Insel absolut lohnenswert!

Pemba: Sicherlich die aufstrebendste Stadt im Norden des Landes! Eine tolle Lage mit der weltweit drittgrössten Bucht. Mit dem Pemba Beach Hotel findet auch der verwöhnte Tourist eine gute Bleibe, doch ausserhalb der Hotelanlage wartet noch immer Afrika pur auf den Entdeckungsfreudigen! Bunte Märkte, tiefe Löcher in der Teerstrasse und viele freundliche Einwohner!

Ilha Ibo: Wer diese Insel besuchen möchte, sollte die Anreise in einer Dhow  (einheimisches Holzsegelboot) erleben. Vorbei an einem Labyrinth von Mangroven ist es eine Reise in längst vergangene Zeiten. Die Insel wurde Anfang des letzten Jahrhunderts von den Portugiesen aufgegeben und erinnert an eine verlassene Westernstadt; aus vielen Häusern wachsen ganze Bäume. Die zurückgebliebenen Einheimischen leben hauptsächlich vom Fischfang und freuen sich über touristische Abwechslung! Trotz einiger Renovationen von Häusern - jetzt gibt es sogar eine wirklich ansprechende Unterkunft - kann ich mir hier „europäische Hektik“ beim besten Willen nicht vorstellen.

Quelimane: Der Stadt haftet ein ganz besonderes Flair an, wird doch die Vergangenheit eng an die Geschichte von David Livingstone geknüpft.  Ein Spaziergang durch die Stadt ist ein besonderes Vergnügen, zumal auch die Menschen sehr fröhlich und aufgestellt sind. Die tiefsten Löcher in der Strasse kann Quelimane ohne Zweifel für sich verbuchen - gewisse „Strassen“ können von einem normalen PW nicht befahren werden; einmal mehr bewährt sich mein Geländefahrzeug! Obwohl ich hier die meisten Mückenstiche eingefangen habe muss ich gestehen: Quelimane, ich komme wieder!

Gorongosa National Park: Der Besuch dieses Parks, welcher zu den Bürgerkriegszeiten  das Hauptquartier der Renamo beherbergte, hatte ich eigentlich gar nicht eingeplant. Doch nach all den Meer- und Stranderlebnissen musste ein Besuch im Busch einfach nochmals sein. Glücklicherweise, denn der Park war wirklich einer der Höhepunkte dieser Reise! Gut, etwas beklemmend war der Besuch schon, befindet sich doch der Campingplatz gleich neben zerschossenen Ruinen. Doch die Freundlichkeit der Rangers und vor allem auch die umwerfende Landschaft liessen düstere Gefühle oder Ängste gar nicht aufkommen. Die Szenerie wird beherrscht von einem grossen See, dichtem Busch und weiten Schwemmebenen. Neben vielen Vögeln sieht man mittlerweile wieder zahlreiche Antilopen, doch die Büffel und Elefanten sind wegen der noch existenten Wilderei sehr, sehr scheu.

Der Tourismus im Norden von Mozambique, aber auch in Quelimane und Gorongosa steckt noch tief in den Kinderschuhen; gute Unterkünfte sind sehr rar bzw. noch gar nicht existent. Trotzdem konnte ich gute Ansätze zu einer positiven (kontrollierten) touristischen Entwicklung feststellen. Mit Pemba und den bald erschlossenen zwei Inseln Medjumbe und Matemo im Quirimba Archipel findet der anspruchsvollere Tourist schon heute genügend Grund für eine nicht alltägliche Reise!

(Nicole Wilhelm)

  Lilac Breasted Roller

Lechwe Plains Camp

Chichele Boys

Mozambique; Cuamba nach Nampula

Puku Ridge Lodge

Ilha Ibo

Quelimane Kirche

Pangane

Zambezi Fähre