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Zambia Inspektionsreise, Mai 2009

Der Flug von Lusaka zum Lower Zambezi in einer Cessna Caravan beträgt nur gerade 30 Minuten und ist sehr schön. Kurz nach dem Start überwindet der Flieger die Bergkette „Zambezi Escarpment“ und ich erblicke den durch den Kariba Damm gezähmten Zambezi Fluss. Viele Inseln und Sandbänke erheben sich aus dem Wasser und beim näheren Hinschauen kann ich sogar Flusspferde und Elefanten erkennen. Nun heisst es an die Arbeit – auf dem Weg mit dem Geländewagen zur Bootsanlegestelle besuche ich erst die Royal Zambezi Lodge. Diese wurde vor 2 Jahren eröffnet und liegt in der Chiawa Game Management Area – also ausserhalb des eigentlichen Lower Zambezi Nationalparks. Die Reise geht weiter mit dem Motorboot auf dem Zambezi bis zur Einmündung des Chongwe Flusses. Hier darf ich das Chongwe River Camp anschauen. Die 2 grossen Suiten bringen mich zum Entzücken; gerne würde ich eine Nacht hier bleiben....doch es geht weiter. Ein kurzer Transfer bringt mich zum berühmten Chongwe House. Das Haus verfügt über keine einzige gerade Linie und bei der Besichtigung fühle ich mich etwas wie Alice im Wunderland! Plötzlich eilt die Zeit, vor Einbruch der Dunkelheit muss ich das Chiawa Camp erreicht haben. Der Motorbootsführer steuert sicher an den Flusspferden vorbei und ich habe in der Hektik nicht mal Zeit, um den Sonnenuntergang zu geniessen. Chiawa hat nun alle Unterkünfte renoviert und so sind alle Zelte sehr, sehr luxuriös, haben Badwanne, Dusche, Aussendusche und eine grosse Veranda. Mir bleibt allerdings keine Zeit für Musse; die erste Nachtpirschfahrt ist angesagt, gefolgt von einem feinen Nachtessen. Dann endlich ins Bett sinken und sich von den Geräuschen des Busches in den Schlaf wiegen lassen!

Am Morgen habe ich die Wahl zwischen den verschiedenen Aktivitäten wie Kanufahren, Pirschfahrt, Angeln im Zambezi , Bootsfahrt oder Fusssafari. Da ich in der Nacht Löwen gehört habe, entscheide ich mich für eine Löwenpirsch im Geländewagen. Leider ohne Glück, das einzige was wir finden, sind ängstliche Impala und eine nervöse Elefantenherde sowie sehr frische Löwenspuren.... Nach dem Überraschungs-Mittagessen auf einem Boot, mitten im Zambezi, führt die Reise weiter zu den nächsten Campbesichtigungen. Der erste Halt ist beim
Sausage Tree Camp angesagt. Das Camp hat in den letzten 12 Jahren einige Male den Besitzer und das Aussehen gewechselt und so bin ich sehr gespannt, wie das neue Aussehen sein wird. Im Bau befindet sich noch das Familienhaus, doch dieses, wurde mir versichert, sei in 16 Tagen bezugsbereit.....Weiter flussabwärts passiere ich unser Camp für die Nacht, doch noch ist keine Zeit zum Ausruhen –erst will ich das neu renovierte Zambezi Kulefu Camp anschauen. Schön! In bezug auf Luxus und Glanz „streiten“ sich nun Chiawa Lodge und Zambezi Kulefu Camp um den ersten Rang am Lower Zambezi; da jedoch die Landschaften dieser beiden Unterkünfte so unterschiedlich sind, wäre eine Kombination empfehlenswert - vorallem, wenn man sich nicht entscheiden kann. Ebenfalls als Kombination mit Chiawa oder Chongwe drängt sich wegen der anderen Landschaft das rustikale, einfachere Buschcamp Old Mondoro auf. Dieses Camp verfügt über nur 4 einfache Schilfhütten – ohne Strom, jedoch mit fliessend Wasser – das heisse Wasser wird auf Verlangen gebracht. Für Naturliebhaber ein besonderes Vergnügen, denn hier fühlt man sich dem Busch noch etwas näher verbunden. Eine kurze Kanufahrt am späteren Nachmittag entpuppt sich als aufregende Slalomfahrt um die massigen Hippo’s, welche unsere Anwesenheit mit Drohgebärden und Gegrunze quittieren. Doch die unerschütterliche Ruhe meines Führers, beruhigen meine Nerven und ich geniesse den Anblick der zahlreichen Wasservögel und auch das sehr grosse Krokodil, welches bei unserem Erscheinen gerade ins Wasser abtaucht, kann mich nicht erschüttern. 2 Nächte am Unteren Zambezi sind wahrlich viel zu kurz, doch nun wartet der South Luangwa Nationalpark auf mich. Ich besteige das Kleinflugzeug bei Jeki und lande nach ca. 1.30 Stunden Flugzeit in Mfuwe Airport.

Der Flugplatz schaut seit Jahr und Tag gleich aus und so finde ich mich problemlos zurecht, zumal ich ja auch von einem Ranger von Bushcamp Company erwartet werde. Nach einer guten Stunde Fahrt, welche vorbei an zahlreichen Dörfchen und Marktständen führt, erreiche ich die South Luangwa Parkbrücke und kurz darauf die
Mfuwe Lodge. Der Lodge Manager führt mich durch die Anlage, welche für eine Safari Lodge mit 18 Zimmern relativ gross ist, dafür aber auch über ein sehr schönes Spa verfügt. Weil die Strasse dem Fluss entlang noch nicht ganz befahrbar ist, muss, um in das Bushcamp zu gelangen, ein beschwerlicher Umweg über die Hügel im Parkinnern in Kauf genommen werden. Doch vorher schaue ich noch ganz schnell beim Puku Ridge Tented Camp vorbei. Das frisch renovierte Camp erstrahlt in neuem Glanz und darf sicherlich als eines der luxuriösesten Camps im South Luangwa Nationalpark bezeichnet werden. Nach 3 Fahrstunden durch Mopani Wald und nach einem eher erfolglosen Kampf gegen die Tsetse Fliegen (zur Zeit werden in der Gegend über 100 weitere Fallen aufgestellt) erreiche ich das abgelegene Gebiet im Süden von South Luangwa. Die natürliche Parkgrenze bilden auf der Ostseite der Luangwa Fluss und auf der westlichen Seite das Muchinga Escarpment. Mein Nachtlager ist das Camp Bilimungwe, ein komfortables Buschcamp, erbaut aus Schilfgras und Riedgrasdach. Hier gibt es keinen Strom, doch neu installierte Solarenergie sorgt in den Zimmer ensuite für genügend Licht und für fliessend Warmwasser. Doch im Hauptgebäude bleibt das sanfte Licht der Petrollampen und somit das Buschcamp Erlebnis glücklicherweise erhalten. Bereits am frühen Morgen heisst es Wanderschuhe montieren, denn die Strasse zum nächsten Camp ist nach der Regenzeit noch nicht fertig und eine Fahrt im Geländewagen würde wahrscheinlich so lange dauern, wie ich zu Fuss haben würde....dachte ich zumindest. Doch auf dem Weg dorthin lenkt ein Honigvogel die Aufmerksamkeit auf sich und der Guide und ich beschliessen diesem Vogel zu folgen. Es ist eine faszinierende Kooperation; der Vogel führt den Menschen zum Bienennest und erhofft sich dadurch eine Teilung der Honigbeute. Je näher wir uns dem Bienennest nähern um so aufgeregter wird der Vogel....doch wir müssen diesen enttäuschen, keiner von uns hat Lust auf Bienenstiche. Wieder zurück auf der Route höre ich in der Ferne Löwen brüllen und kurz darauf erblicke ich auf der anderen Flussseite Puku’s, die Warnpfiffe von sich geben. Gespannt bleibe ich stehen, höre erneut die Löwen und dann plötzlich taucht aus einem Busch eine Löwin auf. Sie sucht offensichtlich ihr Rudel. Auf dem Weitermarsch finde ich erst frischen Elefantendreck und kurz darauf höre ich ein wütendes Trompeten....hat uns der Dickhäuter schon gesehen, gehört, gerochen oder gilt der Ruf gar nicht uns? Unser bewaffneter Führer vom Nationalpark pirscht sich langsam vorwärts, während sich mein Herzschlag verdoppelt. Schliesslich kommt die Entwarnung. Eine Spannung ganz anderer Art kreiert das Balancieren auf einem dünnen Mopani Ast über ein noch nicht trockenes Bachbett. Keiner will schliesslich einen schlammigen Schuh rausziehen...mir gelingt es trotzdem! Mit viel Verspätung erreiche ich das noch im Aufbau befindende Chindeni Camp. Ein wunderschönes und komfortables Zeltcamp, welches auf hölzernen Plattformen steht. Wie die anderen Camps von Bushcamp Company verfügt auch dieses Camp über nur 4 Zimmer. Zurück beim Ausgangspunkt Bilimungwe fahre ich am späteren Nachmittag in ein weiteres Camp zur Besichtigung. Kapamba überrascht durch die komplett andere Architektur. Nun habe ich luxuriöse Steinbungalows vor mir, welche zur Flussseite hin offen sind. Diese Unterkünfte verfügen nicht nur über eine Dusche sondern auch über riesige Badewannen, welche auch als Planschbad durchgehen würden.

Noch 2 weitere Nächte verbringe ich im South Luangwa Nationalpark, aber nun im nördlichen Teil des Parks. Das
Tafika Camp, ein Familienbetrieb, liegt ausserhalb des Nsefu Sektors und überblickt den Luangwa Fluss. Die Landschaft hier ist überraschend anders als im südlichen Teil. Hier trifft man auf steppenähnliche Savannen als auch auf Wald- und Buschlandschaften. Neben Pirschfahrten und Fusssafaris können auch Safaris auf dem Velosattel unternommen werden und als Highlight kann ein Microlight Flug gebucht werden. Ein lohnendes Erlebnis, welches mir noch lange in Erinnerung bleiben wird. Am frühen Morgen breche ich zu Fuss auf, um die 2 – auch noch im Bau befindlichen – Walking Camps zu besichtigen. Diese liegen im Nationalpark, aber in einer Region ohne Fahrpisten. Jedes Jahr werden beide Camps komplett neu erbaut aus Schilfgras – das Chikoko Camp entpuppt sich als 2-stöckige Hütte mit Badezimmer unten und Schlafzimmer oben und das Crocodile Camp als Rundhütte mit anschliessendem, gegen den Himmel offenen Badezimmer. Alle Materialen von der Toilettenschüssel bis zum Riedgrasdach werden von Trägern hergetragen. 4 Km zum Crocodile Camp und 1 km vom Fluss zum Chikoko Camp. Eine schweisstreibende Arbeit!

Viel zu früh heisst es Abschiednehmen. Via Lusaka fliege ich nach Livingstone, wo die letzten 3 Nächte geplant sind. Die ersten 2 Nächte darf ich im Camp
Islands of Siankaba nächtigen. Immer noch eines der charmantesten Camps in der Region. Eine besondere Faszination geht von den 2 Hängebrücken aus, welche die 2 Inseln im Zambezi Fluss miteinander verbinden. Auf der einen Insel befinden sich die luxuriösen Zelte, auf der anderen die Bar, das Spa, das Schwimmbad und der Essraum. Der richtige Ort um sich nach einer Safari etwas zu entspannen! Für aktive Besucher werden aber auch Ausflüge zum Victoria Wasserfall, Mokoro Fahrten, Bootsfahren und Besuche im Siankaba Dorf angeboten, es können aber auch Exkursionen in den Chobe Nationalpark, Microlight Flüge, Spaziergänge mit Löwen, Elefantenreiten und so weiter organisiert werden. Mir bleibt leider keine Zeit für gr0sse Musse. Der Besitzer des Bootes Zambezi Queen – eigentlich hätte ich eine Nacht dort verbringen sollen – besucht mich am Morgen für eine sehr ausführliche Schulung über das wegen der hohen Flut noch nicht fertig gebaute Boot. Es wird auf alle Fälle ein sehr spannendes Produkt werden.

Am folgenden Tag stehen erneut zahlreiche Besichtigungen an, beginnend mit der
Tongabezi Lodge. Wie alle am Fluss gelegenen Lodges, wurde auch Tongabezi vom hohen Wasserstand in diesem Jahr unangenehm überrascht. Doch bei meinem Besuch erinnern nur noch hässliche Streifen auf den Mauern an die Überschwemmung.  Der River Club hatte diesbezüglich keine Probleme, liegen doch die Unterkünfte auf einer kleinen Klippe. Das Schwimmbad hier erfreut mich jedes Mal; denn der Ausblick aus dem Pool auf den Zambezi Fluss ist einfach toll. Sussi & Chuma wiederum verlockt durch die hohen Laufstege, welche die Chalets mit dem Haupthaus verbinden. Eine ganz andere Unterkunft zu den vorherigen ist Toka Leya. Hier findet der Gast grosszügige Safarizelte mit Klimaanlage. Erwähnenswert ist die schöne Lage des Aufenthaltsraums und der Bar. Nach der Besichtung des Zambezi Sun Hotels beziehe ich mein Zimmer im Royal Livingstone Hotel. Die Zeit reicht gerade für eine kurze Dusche, danach werde ich abgeholt für eine Fahrt mit dem Royal Livingstone Express. Der Dampfzug fährt an festen Wochentagen. Da die Abteile aus dem Bestand des bekannten Rovos Rails stammen, darf die kurze Fahrt getrost als Mini Rovos Rail Erlebnis betitelt werden. Die Fahrt führt erst durch Livingstone und dann durch den Mosi-oa-Tunya Nationalpark. Während des 5-gängigen Nachtessens, steht der Zug still. Danach erfolgt die Fahrt zurück zum Depot. Ein schöner Abschlussabend einer langen und eindrücklichen Reise!

(Nicole Wilhelm)
  Royal Zambezi

Chongwe River Suite

Chongwe House

Chiawa Camp Tent inside

Sausage Tree Camp Signiture room

Zambezi Kulefu

Old Mondoro room 3

Mfuwe Lodge over Lagoon

Puku Ridge room

Bilimungwe Chalet

Chindeni

Kapamba Chalet

Tafika bedroom family

Islands of Siankaba bridge

Tongabezi Dog House

River Club suite

Sussi & Chumba bungalow

Toka Leya pool & bar

Victoria Falls Rainbow