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Malawi Reise (November 2001)

Bereits bei meiner Ankunft am Flughafen von Lilongwe wurde ich mit der üblichen malawischen Freundlichkeit empfangen. Nicht umsonst trägt Malawi auch den Namen „das warme Herz Afrikas". Zac, der Vertreter unseres Büros in Malawi schleuste mich in nur 5 Minuten problemlos durch die Pass- und Zollkontrolle und bereits 20 Minuten später sass ich in einem alten, aber durchaus fahrtüchtigen Toyota Corolla. Der Kilometerstand mit über 100'000 Fahrkilometern stimmte mich skeptisch, aber alle Bedenken in den Wind schlagend befand ich mich kurze Zeit später auf dem Weg in Richtung Norden.

Die ersten 100 km war der Strassenzustand „ein Traum" und die hügelige Landschaft flitzte rechts und links an mir vorbei. Schon 1 ½ Stunden später fuhr ich dem Malawi See entlang; Schön wieder in Afrika zu sein! Für die verbleibenden 250 km benötigte ich über 3 ½ Stunden, teils weil die Strasse sehr schlecht war, teils weil sich die Malawier zu Fuss oder mit dem (meist schwer beladenen) Fahrrad ebenfalls mitten auf der Strasse fortbewegen.... War dies für einmal nicht der Fall, dann überquerten bestimmt Ziegen und Hunde die Strasse! In den zahlreichen Dörfern entlang der Strasse herrschte immer ein buntes Treiben, Frauen verkauften am Strassenrand Mangos (Mangobäume wachsen im ganzen Land ohne sonderliche Pflege), Männer stellten prächtige Strohmatten und Möbel zur Schau und an den Bushaltestellen drängten sich die Verkäufer von Getränken und Esswaren um die haltenden Busse.

Mein Etappenziel hiess Chintheche Inn. Die Lodge mit 10 Zimmer liegt direkt am See und bietet einen 200 m langen, weissen Sandstrand. Für diejenigen Gäste, die bei hohem Wellengang des Sees trotzdem eine nasse Erfrischung suchen, steht ein kleiner Pool in der schönen Gartenanlage zur Verfügung.

Am frühen Morgen (0445h!) wurde ich aufgeweckt durch singende Fischer, die nach einem anscheinend erfolgreichen Fischfang im See in Ihren Holz-Einbäumen nach Hause paddelten. Den anschliessenden Sonnenaufgang (wo gibt es schönere Sonnenauf- und untergänge, als in Afrika!) verfolgte ich von meinem Bett aus.

Aktivitäten wie Mountain Biken, Windsurfen, Schnorcheln, Bootausflüge, geführter Spaziergang durch ein Fischerdorf oder ein Ausflug zur Bandawe Mission werden von der Lodge angeboten.

Nach zwei erholsamen Tagen ging die Reise wieder nach Süden, genauer zur Senga Bay (bei Salima), wo ich im bekannten Livingstonia Beach Hotel übernachtete. Auch dieses Hotel liegt am Strand und diverse Wassersportarten können unternommen werden. Nach meiner langen Autofahrt war das Wasser eine willkommene Erfrischung, obwohl die Wassertemperatur stolze 27° C betrug! Das Abendessen, begleitet vom Zirpen der Grillen und dem Lächeln freundlicher Kellner, war der krönende Abschluss dieses Tages!

Nicht fehlen durfte in meinem Reiseprogramm das Cape Mclear. Obwohl dort im Moment noch keine dem internationalen Standard entsprechenden Unterkünfte vorhanden sind, ist es durchaus ein lohnendes Ziel. Die Chemba Lodge, benannt nach dem gleichnamigen Städtchen Chemba, bietet einfache Zeltunterkünfte (ohne Dusche/WC) direkt am Strand gelegen. Auch ein ganztägiger Katamaran-Ausflug wird angeboten. Das Schnorcheln nahe einer einsamen Insel war ein grandioses Erlebnis im Lake Malawi. Wen wundert, dass der Malawi See bei vielen Tauchern und Schnorchlern als ein „riesiges Süsswasser-Aquarium" gilt!

Entlang der Seestrasse bieten die ideenreichen und fingerfertigen Malawier kleine Geländewagen, Lastwagen, Helikopter oder Propellerflugzeuge an. Diese originellen, aus getrockneten Palmenblättern hergestellten Spielzeuge, übten eine unwiderstehliche Anziehungskraft auf mich aus und nach längerem Verhandeln und Feilschen verliess ich den Verkaufsstand mit diversen Gegenständen; schade, dass der Platz im Flugzeug limitiert ist!

Nach einer obligaten Reifenpanne - bei der mehrere Malawier sofort hilfsbereit zu Hand gingen – erreichte ich den bekannten Club Makokola. Eine tolle Ferienanlage, die diverse Wassersportarten anbietet und auch über Tennisplätze und einen Squash-Court verfügt. Diese Unterkunft (Badeferien) ist eine tolle und ergänzende Kombination zu Zambia (Tierbeobachtungen).

Den Malawi-See liess ich hinter mir und die Fahrt führte in südlicher Richtung zum Shire River, genauer zum Liwonde Nationalpark, einem weiteren Highlight meiner Reise. Die knapp einstündige Bootsfahrt zur Unterkunft führte vorbei an zahlreichen Flusspferden und sogar Elefanten konnte ich beim Baden beobachten. Nur 10 Gäste finden Platz in der Mvuu Lodge. Alle 5 Bungalows verfügen über eine kleine Holzveranda mit Blick auf eine Lagune vom Shire Fluss. Die Safaris werden zu Fuss, im Geländewagen oder im Boot unternommen. Elefanten, Kudus, Sable Antilopen, Flusspferde und Leoparden sind hier zuhause und können mit etwas Glück beobachtet werden.

Die Weiterreise führte vorbei an Zomba, der ehemaligen Hauptstadt Malawi’s nach Blantyre. Ein Aufenthalt in Blantyre zwängt sich nicht auf, aber einen gewissen afrikanisch/englischen Charme kann man der Stadt, trotz des zunehmenden Verkehrsaufkommen, nicht absprechen. In den letzten Jahren ist die Stadt sehr gewachsen und inzwischen gibt es mehrere gute Restaurants und Läden. Die beste Unterkunft ist unbestritten das Mount Soche Hotel, dessen Zimmer erst kürzlich renoviert wurden. Ein Kaffee auf der Terrasse mit Blick in die gepflegte Gartenanlage ist beinahe ein Muss.

Nach einer knapp vierstündigen Fahrt erreichte ich wieder Lilongwe, wo meine Reise endete. Auch Lilongwe, die Hauptstadt Malawi’s lohnt sich nicht für einen längeren Aufenthalt, denn - wie bei den meisten „auf dem Reissbrett entstandenen" Städten fehlt hier die pulsierende Eigendynamik und Kulur einer natürlich gewachsenen Stadt.

Wichtige Info’s:

Für eine Einreise nach Malawi wird ein Visum benötigt, Kosten ca. USD 60.00 pro Person.

Wir empfehlen dringendst die Malaria-Prophylaxe.

Beste Reisezeit ist von April – Oktober. Im November kann es - je nach Regenanfang - unerträglich heiss werden.

Da Malawi über keine eigene Industrie verfügt, müssen die meisten Konsumgüter teuer importiert werden. Dies erklärt die hohen Reisekosten im Land, obwohl Malawi - gemessen am Bruttosozialprodukt - zu den ärmsten Ländern der Welt gehört.

(Nicole Wilhelm)

  Landschaft

Malawi See

Shire River

Chembe Dorf

Sonnenaufgang

Livingstonia Beach Hotel

Shire River

Landschaft